Nach der großen Feuersbrunst in Osten am 15. November 1773, die 42 Wohnhäuser zerstörte, wurde im Jahre 1776 eine Feuerwehr- mannschaft für die damaligen Gemeinden Osten, Altendorf, Isensee und Hüll zusammengestellt. Zum Oberaufseher der Feuerwehr- mannschaft 1wurde Johann-Leonhard Diederichs gewählt. Schon 1776 soll es im Kirchdorf Osten eine mit Pferden bespannte Spritze gegeben haben. Die ersten Spritzen bestanden aus einem Holzkasten, an dem je zwei Tragegriffe befestigt waren, so dass sie von zwei Mann gut getragen werden konnten. In den Holzkasten wurde mit einer Pumpe Wasser gefördert. Oben auf dem Kasten befand sich die Saugpumpe, die ihre langen Arme mit breiten Quergriffen weit herausstreckte, so dass zwei bis vier Männer an jeder Seite pumpen konnten.
Auf der Versammlung am 27.12.1798 wurde für den verstorbenen Oberaufseher Diederichs als Nachfolger Johann-Jakob Drewes mit großer Mehrheit gewählt. Aus Urkunden geht hervor, dass man um die Jahunderwende 1799/1800 für ein Feuer im Ort zwei Taler und für ein Feuer außerhalb 3 Taler erhielt.
Am 11. Dezember 1847 erhielt die Feuerwehr Osten von der Firma Repold aus Hamburg eine rotierende Spritze Nummer 3 zum Preise von 1500 Talern geliefert.
Weitere Oberaufseher der Wehr waren Gastwirt Wilhelm Meyer und der Zimmermann Johann Oellrich.
Obwohl die Bauernschaft Hüll am 20.11.1875 eine selbstständige Gemeinde wurde, war sie nach wie vor mit der Samtgemeinde Osten verbunden und musste sich anteilsmäßig an der Ostener Feuerlöschanstalt beteiligen. Zusätzliche finanzielle Mittel ergaben Spenden- sammlungen im gesammten Kirchenspiel Osten. Als sich jedoch die Bauernschaft Hüll am Kauf einer neuen Spritze finanziell beteiligen sollte, wurde dieses auf einer Versammlung abgelehnt. Die Weigerung der Hüller Bauernschaft lag darin begründet, dass die neue Spritze für die Hüller kaum ein Vortil sein würde. Für die Fälle, dass ein Ostener Kirchturmposten in Hüll ein Feuer erspäht oder ein Hüller Feuerreiter in Osten um Hilfe bäte, wäre die Spritze zur Löschung des Feuers nicht rechtzeitig eingetroffen und die Strohdächer wären längst abgebrannt.
Am 6.3.1924 wurde die Freiwillige Feuerehr Osten gegründet. In der Gaststätte "Lindenhof", der Witwe Hubert, fand die Gründungs- versammlung mit 68 Mitgliedern statt. Hauptmann von 1924 bis 1926 war Rudolf Brenning.
Als Feuerlöschgeräte waren 2 alte, fahrbare Handspritzen und eine Kübelspritze vorhanden. Im Jahre 1926 bekam die Wehr eine neue fahrbare hartgummibereifte "Koebe" Motorspritze. Ferner wurde ein Kriegsveteran-Motorwagen der Marke Brennerbor, mit Vollgummibereifung zur Verfügung gestellt.
Neuer Brandmeister von 1926 bis 1928 war Heinrich Alpers. Ab 1928 übernahm das Amt der Gastwirt Friedrich Dohrmann.
Im Jahre 1930 wurde die Wehr mit neuem Mercedes Mannschaftswagen ausgerüstet. Die Alamierung erfolgte zu dieser Zeit durch Hornisten.
1932 wurden die Landkreise neu geordnet. Die Gemeinde Hüll kam zum Landkreis Stade. Daraufhin wurde am 10.9.1934 auf einer Gemeinderatssitzung beschlossen, in Hüll eine eigene Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Vom Löschverband Osten bekam man die 1848 angeschaffte Handdruckspritze mit Zubehör als Abstand.
Der Malermeister August Struß übernahm 1936 die Führung der Ostener Wehr.
Leider wurde von 1936 bis 1954 kein Protokoll geführt. Der Krieg brachte viele Einsätze durch Feindeinwirkung. Die Wehr musste nach Bombenangriffen mit Fahrzeug und Gerät nach Hamburg, Klint und Bentwisch. 1939/1940 bekam die Wehr noch einen "Koebe"-Geräteanhänger mit einer TS8 "Koebe"-Pumpe.
Neuer Ortsbrandmeister wurde 1945 Georg Toborg.
Da der Motor der TS8 defekt war, wurde 1951 eine neue "Magirus"-TS8 mit Federanwerfvorrichtung angeschafft.
Im Jahre 1957 wurde das Kreisfeuerwehrfest in Osten durchgeführt. Im selben Jahr Jahr, und zwar am 31. Juli, wurde ein neues Fahrzeug, ein "Opel"-LF8 mit "Balke"-Frontpumpe, angeschafft. Dieses Fahrzeug wurde bei vielen Großbränden eingesetzt, z.B. von der Schulenburg, Leineweber, Schröder und Moje am Deich, Hugo Ahlf, Schlichting Höltenklinken, der frühere Martenshof "Hollender", Mariechen Bohn und das alte Pastorenhaus in Osten.

Bei der großen Sturmflutkatastrophe am 16. und 17. Februar 1962 war die Wehr ununterbrochen, tagelang im Einsatz und konnte in Osten großen Schaden abwenden.
Der Kreisfeuerwehrtag der Hadler Wehren fand am 20. und 21. Mai 1967 in Osten statt. Die Wettbewerbe wurden auf dem alten Sportplatz neben der Festhalle durchgeführt.
Die schon lange Jahre als notwendig erachtete Aufgabe des baufälligen und zu kleinen Feuerwehrgerätehauses in der Langen Straße wurde beschlossen. 1971 wurde in der Feldstraße ein neues Feuerwehrgerätehaus erstellt.
Durch die ab 1.7.1972 wirksame große Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die Ostener Feuerwehr verwaltungsmäßig der Samtgemeinde Hemmoor unterstellt.
Die Ortswehr Osten wurde zunächst zur Stützpunktfeuerwehr erklärt, was heute noch richtig wäre, später aber zur Ortswehr mit Sonderausrüstung zurückgestuft, weil die Mehrheit des Samtgemeinderates, sowohl die Schwerpunkt- als auch die Stützpunktfeuerwehr, auf der anderen Seite der Oste haben wollte.
1974 feierte die Ostener Wehr ihr 50jähriges Jubiläum. Im selben Jahr wurde ein neues "Mercedes"-Löschfahrzeug in Dienst gestellt.

Für den verstorbenen Ortsbrandmeister Georg Toborg wurde auf der Jahreshauptversammlung am 28.2.1975 als Nachfolger Wilhelm Lünstedt gewählt.
Am 3.1.1976 kam die Wehr bei der großen Sturmflut in Hüll und Oberaltendorf zum Einsatz. Der Elbdeich war an mehreren Stellen gebrochen. Das Wasser lief bis nach Obenaltendorf. Ein Drittel der Gemeinde Hüll stand unter Wasser.
1976 wurde die Ostener Wehr mit einem Rettungsboot ausgerüstet. An der Fähre eine Slipanlage gebaut.
Am 6.5.1977 wurde ein "Ford"-Mannschaftswagen, ein sogenannter Einsatzleitwagen angeschafft.
Vom Katastrophenschutz wurde unserer Wehr am 3.5.1986 ein "Mercedes"-Allradfahrzeug LF16.TS zu Verfügung gestellt.
Der Tag der Hadler Feuerwehren wurde am 24. und 25. Mai 1986 auf dem Gelände des Sportplatzes an der Jahnstraße durchgeführt. Für unsere Wehr waren diese Tage von großem Erfolg gekrönt. Wie belegten mit unseren drei teilnehmenden Gruppen zweimal den 1. Platz und einmal den 7. Platz.
In den späten Nachmittagstunden am 11.3.1989 wurden die Wehren Osten, Basbeck, Warstade, Hüll und Drochtersen alarmiert. Der Einsatzbefehl lautete: Feuer bei der Schlachterei Guthahn. Nur durch den schnellen Einsatz von 5 Wehren und 114 Mann konnte 39 Teile Vieh und die direkt angrenzenden Nachbargebäude gerettet werden. Der Stall brannte auf die Grundmauern nieder.
Da der Ortsbrandmeister Wilhelm Lünstedt aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung steht, wird am 1.3.1991 auf der Jahreshauptversammlung Peter Köhler zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.
Ein Großbrand hatten wir am 24.10.1991 zu verzeichnen, als eine Lagerhalle beim Torfwerk völlig niederbrannte.
Zusammen mit der Wehr Basbeck rückte die Wehr Osten am 12.4.1992 zu einem Moorflächenbrand in Obenaltendorf aus, der jedoch schnell unter Kontrolle war.
Am 10.1.1993 Großbrand in Schüttdamm. Obwohl die Wehren Osten, Basbeck und Warstade im Einsatz waren, brannte der Stellingsche Hof völlig nieder.
Nach über 26 Jahren fand am 10. und 11.2 1996 ein Eisfest auf der Oste statt. Die Kameraden der Wehr haben bei den Vorbereitungs- arbeiten und bei der Durchführung unter der Regie von Peter Köhler Außerordentliches geleistet. Dadurch war das Eisfest ein voller Erfolg.
Da Ortsbrandmeister Peter Köhler für eine neue Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung stand, wurde auf der Jahreshauptversammlung am 7.3.1997 Wilfried Jürgens als Nachfolger gewählt.
Am 14.4.1998 Großbrand in Osten. Beim Eintreffen der Wehr Osten brannte die ehemalige Gastwirtschaft Diercks in voller Ausdehnung. Aufgrund der sehr engen Bebauung auf dem Deich wurden die Wehren Basbeck, Warstade und Großenwörden nachalarmiert. Die Nachbargebäude wurden erfolgreich geschützt, aber die Gaststätte Diercks brannte völlig nieder.
Ortsbrandmeister Wilfried Jürgens war 2 Jahre im Amt, als er aus gesundheitlichen Gründen auscheiden musste.
Auf der außerordentlichen Versammlung am 7.1.1999 wurde als Nachfolger Karsten Heilemann zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.
Aufgrund unseres 75jährigen Jübiläums finden die Hadler Feuertage am 15. und 16. Mai 1999 auf dem Gelände des Sportplatzes statt.
Um beim Ostener Adventstreff besser vertreten zu sein, wurde 1999 eine neue Bratwurstbude beschafft.
Im Winterhalbjahr 1999/2000 wurde der Aufenthaltsraum von den Kameraden in Eigenleistung renoviert.
Da mittlerweile alle Kameraden mit einem Funkmeldeempfänger ausgestattet waren, wurden die Alarmsirenen am 01.04.2000 abgeschaltet.
Am 27.06.2001 übernahmen wir als Ersatz für unseren 1977 angeschafften Ford Transit einen neuen ELW Mercedes Sprinter. Außerdem wurde die TS 8/8 Iveco mit E-Starter ersetzt.

Der ausgediente Heizöltank der Grundschule wurde 2001 als Löschwasserzisterne umgerichtet.
Im Januar 2002 wurde ein gestifteter Löschmonitor in unseren Bestand aufgenommen.
Der Sommer 2002 war durch auswiegige Regenfälle geprägt, wodurch unsere Wehr zu zwei Hochwassereinsätzen gerufen wurde.
Am 19.07. konnte die Ersatzpumpe in der im Umbau befindlichen Dorfflethschleuse der Wassermassen nicht mehr Herr werden. Mit unser gesamten Pumpleistung konnte das Steigen des Wasserpegels im Dorffleth zum Stoppen gebracht werden. Der Einsatz endete am 20.07. nachmittags, nachdem der Wasser- und Bodenverband zwei größere Pumpen in Betrieb nahm. Am 28.10. rückten 10 Mann unserer Wehr mit Kreisbereitschaft zu einem 24 stündigen Katastropheneinsatz in den Landkreis Lüchow-Dannenberg aus. Es galt den durch das Elbehochwassers gefährdeten Deich des Elbenebenflusses zu sichern.
Vom Frühjahr 2002 bis zum Sommer 2003 wurde das Gerätehaus um einen Stellplatz, einen Umkleideraum und eine größere Werkstatt erweitert. Der Umbau wurde mit über 90% Eigenleistung der Kameraden erstellt, wodurch der Umbau anstatt 90.000 Euro nur 60.000 Euro kostete. Die Einweihung fand am 01.10.2003 statt.
Am 03.07.2003 brannte der Dachstuhl des Hauses der Familie Tiedemann in Schüttdamm. Trotz Einsatzes von drei Wehren und des Löschmonitors konnte ein Totalschaden nicht verhindert werden.
Unser altgedienter LF8 Mercedes wurde im August 2003 durch ein LF8/6 Mercedes Atego der Firma Ziegler mit 600ltr. Wassertank ersetzt.
Am 10. September 2005 wurde unsere Jugendfeuerwehr, unter der Leitung von Michael Krey als Jugendfeuerwart, gegründet.
Am 31.01.2011 wurde Dirk Klintworth als neuer Ortsbrandmeister vereidigt. Sein Bruder Detlef Klintworth steht ihm als st.OBM zur Seite.
Unsere Wehr am 31.12.2011: 35 aktive Mitgliedern, 15 Mitglieder in der Altersgruppe, 12 Jugendfeuerwehrmitglieder und 467 passiven Mitgliedern.








